Gustavo* hat lesen und schreiben gelernt

Kaum zu glauben, was der neunjährige Gustavo* in seinem jungen Leben schon alles erlebt hat. Seine Eltern, beide noch sehr jung, leben vorwiegend auf der Strasse und sind drogenabhängig. Da er der jüngste Sohn ist, benützten die Eltern
ihn zum Betteln. Das dadurch erworbene Geld wird zum grössten Teil gebraucht, um Drogen und Alkohol zu kaufen. Für Gustavo* und seine elf Geschwister blieb dabei oft nicht mehr viel übrig. Mit etwa vierJahren wurde Gustavo* dann schliesslich von der Polizei in ein staatliches Übergangsheim gebracht. In dieser Zeit hat er nie eine Schule besucht und das Heim auch fast nicht verlassen, immer aus Angst, dass die Mutter auftauchen und ihn einfach mitnehmen könnte. Seit Februar 2009 ist Gustavo* bei uns im Kinderheim. Er hat bei uns lesen und schreiben gelernt und besucht die Schule.

Carlos* hat wieder ein Zuhause

Seit seinem sechsten Lebensjahr kann Carlos* mit seinem linken Auge nicht mehr sehen. Er wurde auf der Strasse von einem anderen Kind mit einem Stein am Auge getroffen. Seine Eltern sahen es jedoch nicht als so schlimm an und gingen mit ihm nicht zu einem Arzt. Als Carlos* sein Auge wieder öffnen konnte, war es matt und er konnte nicht mehr sehen. Die Enttäuschung war nicht nur bei Carlos* riesig, als wir vom Arzt erfuhren, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, dass er je mit diesem Auge wird sehen können. Es gibt unzählige Kinder, die von ihren Eltern vernachlässigt werden. Wie gut, dass wir zumindest einigen von ihnen im Kinderheim Girassol ein sicheres Zuhause bieten können.

Fernando* möchte für seine Oma sorgen

Lesen und schreiben konnte Fernando* als er zu uns kam noch nicht. Seinen Vater kennt er nicht. Seine Mutter lebt in ständig wechselnden Beziehungen. Wen er über alles liebt ist seine über 70-jährige Oma. Bei ihr ist er aufgewachsen. Obwohl ihn seine Oma in der Schule angemeldet hat, ist er jedoch nur selten hingegangen. Viel lieber hat er sich mit seinen sogenannten „Freunden“ bis spät in die Nacht, auf der Straße rumgetrieben. Die Nachbarn waren nicht mehr vor ihm sicher, denn schon mehrere Male ist er in ihre Häuser eingebrochen und hat einige Wertgegenstände mitgenommen. Eines Tages wurde er vom Jugendamt aufgegriffen und in ein staatliches Kinderheim gebracht. Von dort aus kam er dann, nach relativ kurzer Zeit, zu uns. Er vermisst seine Oma sehr und auch die Oma klagt, dass sie ihn gerne wieder zuhause hätte. Fernando* möchte eines Tages wieder bei seiner Oma wohnen, um sie zu versorgen und ihr ein vorbildlicher Enkel zu sein. Trotz Niederschläge hält er an seinem Ziel eisern fest und wir dürfen ihm bei der Realisierung seines Zieles behilflich sein. 

 
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